Wilhelm Bracke



Geboren am 29. Mai 1842 als Sohn einer angesehenen Braunschweiger Kaufmannsfamilie. Gründungsmitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und - im Jahre 1869 - der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei.
1870 wandte sich der Braunschweiger Parteiausschuss mit Bracke gegen die Annexion Elsaß Lothringens. Er wurde daraufhin verhaftet und in Ketten zur Festung Boyen bei Lötzen gebracht.

          

1871 gründete Wilhelm Bracke einen Verlag und gab den "Braunschweiger Volksfreund" heraus. Bracke sah in der Verallgemeinerung der Bildung eine wesentliche Voraussetzung für den sozialen Fortschritt und setzte sich für die Einführung einer kostenlosen Schule für alle Bevölkerungsschichten ein. Die Kirchenaufsicht über die Schule und die Prügelstrafe müssten abgeschafft werden.
Im November 1871 wurde er Stadtverordneter in Braunschweig und 1877 in den Reichstag gewählt, allerdings für den Wahlkreis Glauchau-Meerane.
Bei den Debatten um das Sozialistengesetz 1878 nahm Bracke in einer großen Rede vor dem Reichstag gegen die Verfolgung der Sozialdemokraten Stellung und wies auf die Gefahren hin, die auch anderen Parteien durch dieses Gesetz drohten. Am 11. Oktober 1878 rief er im Reichstag die historisch gewordenen Worte aus:

"Meine Herren, ich will Ihnen sagen: Wir pfeifen etwas auf das ganze Gesetz!"

Am 27. April 1880 starb Wilhelm Bracke im Alter von nicht 38 Jahren. Mehr als 30 000 Menschen gaben ihm am 2. Mai 1880 das letzte Geleit. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Petrifriedhof in Braunschweig.